15. Akkordstufensymbole

Geposted von Carl Hartmuth am

In den meisten der von mir komponierten und bearbeiteten Stücke sind eingerahmte Akkordstufensymbole mit angegeben: 

Beispiel: 

 Diese Symbole dienen vor allem als Information für andere mitspielende Instrumente, um welchen Akkord es sich an dieser Stelle handelt. Die gewöhnlichen Akkordsymbole wie z.B. C, G7, Fm, usw. sind nur möglich, wenn sie zur Stimmung der Harmonika passen. Die Akkordstufen waren schon in der Barockzeit die gängigen Symbole zur Angabe der betreffenden Akkordstufen, bevor sie durch die amerikanischen Stufensymbole (C, G7, Fm7, usw.) abgelöst wurden. Die Stufensymbole sind zunächst unabhängig von der Stimmung der Harmonika. Sie vermitteln folgende Informationen:

I/3: Die römische Zahl I bedeutet dass es sich um die erste Stufe auf dem Grundton der betreffenden Tonleiter handelt. Die arabische Zahl 3 bedeutet, dass sich dieser Akkord auf der 3. Tonreihe befindet, die hier die Haupttonreihe bildet. Der Unterstrich _ bedeutet, dass dieser Akkord auf Druck gespielt wird.

 

V7/3: Hier haben wir einen 7er, bzw. Septimenakkord auf der fünften Stufe der Tonleiter aus der ersten Stufe. Dieser Akkord wird auf der 3. Tonreihe und auf Zug gespielt, weil kein Unterstrich vorhanden ist. 

Hier haben wir die vierte Stufe, die auf der Tonreihe 4 auf Druck gespielt wird. 

Im nächsten Schritt müssen die Akkordstufen der Stimmung der verwendeten Harmonika zugewiesen werden.

Wenn es sich um eine Harmonika der Stimmung G-C-F-B handelt, haben wir beim Symbol 1/3 auf der dritten Tonreihe auf Druck gespielt den Akkord F. Beim Symbol V7/3 haben wir auf der dritten Tonreihe auf Zug die fünfte Stufe der Tonleiter, von Stufe I ausgehend und wir finden hier den C7-Akkord. Diese Akkordsymbole kann man dann mit Bleistift neben dem Stufensymbol schreiben. 

Beispiele: I/2 (C), V7/2 (G7), VII/4 (Bb)

Handelt es sich um eine Harmonikastimmung nach B-Es-As-Des, finden wir nach I/3 auf der Tonreihe 3 auf Druck den Akkord As. Nach V7/3 spielen wir hier auf Zug den Akkord Eb7. 

So kann z.B. ein Gitarrist ermitteln, mit welchen Akkorden er das betreffende Stück begleiten kann. Transponierende Instrumente wie z.B. eine Trompete in Bb können so auch die für sie zutreffenden Akkorde zuordnen. Da ein Instrument mit der Stimmung Bb einen Ton unter C gestimmt ist, muss es eine Tonart höher als notiert, hier also D-Dur spielen, damit es in C-Dur klingt. Wenn also ein Akkord C angegeben ist, bedeutet es, dass er hier D spielen muss. Spieler von transponierenden Instrumenten  wissen in der Regel, wie sie hier vorgehen müssen. 

Der Vorteil der Stufensymbolangaben ist, dass diese jeder Harmonikastimmung zugeordnet werden kann. 

Umgekehrt können Musikstücken mit amerikanischen Akkordangaben die entsprechenden Stufensymbole zugewiesen werden. 

Für einfache Begleitungen im 3/4 oder 4/4-Takt genügen solche Stufensymbole für den Harmonikaspieler und man kann auf die Bassbezifferung in der Griffschrift komplett verzichten. 

Fortgeschrittene Spieler können aus den Stufensymbolen erkennen, mit welchen Tönen sie variieren und improvisieren können. 

Voraussetzung ist natürlich, dass man den Aufbau einer Dur-Tonleiter und die Zuordnung der Stufen kennt. Anfänger und weniger erfahrene Spieler müssen hierüber zunächst geschult sein.

In meinem umfangreichen Leitfaden ist das Thema detailliert beschrieben. 

 


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