16. Wahl der Harmonikastimmung

Geposted von Carl Hartmuth am

Ich werde oft gefragt, welche Harmonikastimmung man wählen soll. Hierzu ein paar Anregungen:

Die Wahl der Harmonikastimmung hängt wesentlich davon ab, welche Musik  man spielt und ggf. in welcher Besetzung man vorwiegend musiziert. Für Anfänger ist gerade diese Frage kaum zu beantworten, da sie nicht wissen können, wie und in welcher Form sie künftig musizieren werden. Hier gibt es aber eine klare Empfehlung:

Die Stimmung G-C-F-B ist die meistgebräuchliche Stimmung. Damit kann man mit vielen anderen Instrumenten und Singstimmen gut zusammen musizieren, aber auch für Alleinspieler ist diese Stimmung hervorragend geeignet. Harmonikas mit solcher Stimmung lassen sich auch leichter wieder veräußern, da sie am meisten gefragt sind.  Für Anfänger ist diese Stimmung aufgrund ihrer flexiblen Anwendungsmöglichkeiten sehr zu empfehlen.

Die zweitgebräuchlichste Stimmung ist B-Es-As-Des. Hier handelt es sich um eine hohe und kräftig klingende Stimmung die dann empfohlen ist, wenn die Harmonika viel mit Blasinstrumenten zusammenspielt. Zum Beispiel in Oberkrainer-Ensembles. Dort ist ein kräftiger Klang erforderlich, damit sich die Harmonika gegenüber anderen Blasinstrumenten wie Trompete, Bass, Klarinette, etc. durchsetzen kann. Bei höheren Tönen klingt diese Stimmung allerdings auch schrill, was nicht jedem Ohr gefällt. Deshalb ist sie dann empfohlen, wenn oben beschriebener Einsatzbereich zutrifft. 

Die nächste sehr gebräuchliche Stimmung ist A-D-G-C. Diese Stimmung wird gerne für Stubenmusik und Zusammenspiel mit Instrumenten wie Zither, Hackbrett, Geige, etc. verwendet. In manchen Regionen wie Niederösterreich ist diese sogar die meist gebräuchliche Stimmung. 

Eine warm und tief klingende Stimmung ist F-B-Es-As, die gerne zur Begleitung von Männerstimmen und Blasinstrumenten verwendet wird. So z.B. in Oberkrainer-Ensembles und anderen Blasmusikensembles. Sie ist eher seltener anzutreffen. Sie wird gerne auch als Konzertinstrument eingesetzt.

Alle anderen Stimmungen bewegen sich irgendwo dazwischen und werden für spezielle Einsatzbereiche bzw. nach dem subjektiven Hörempfinden gewählt. 

Ein wichtiger Aspekt ist auch die Stimmung der Instrumente des Lehrers. Denn man soll auch zusammen spielen können, was nur mit gleicher Stimmung der Harmonikas möglich ist. Viele Harmonikalehrer verfügen jedoch über mehrere Instrumente mit verschiedenen Stimmungen. Dies ist jedoch auch eine Kostenfrage und die meisten Musiklehrer können sich daher mehrere Harmonikas erst im Laufe der Zeit anschaffen. 

Das von mir am meisten gespielte und auch im Unterricht am meisten verwendete Instrument hat die Stimmung G-C-F-B


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