3. Tipps und Tricks für Harmonikaspieler

Geposted von Carl Hartmuth am

Begleittechniken für Advents- und Weihnachtslieder 

In der Adventszeit werden wieder die Notenbücher mit Advents- und
Weihnachtsliedern hervorgeholt und übt einige Stücke wieder ein oder
wagt sich an neue Lieder, die man noch nicht spielte. Viele Advents- und
Weihnachtslieder haben gemäß ihrer Bestimmung einen besinnlichen und
ruhigen Charakter. In vielen Notenausgaben sind diese Lieder mit
Begleitrhythmen „Polka/Marsch“ oder „Landler/Walzer“ unterlegt. Man kann
die Lieder natürlich so spielen. Jede Begleitform ist aber nur eine
Möglichkeit und Vorschlag, wie man sie spielen könnte. Ruhige Lieder
dieser Art wirken so oft lebhaft, unruhig und dennoch steif. „Stille
Nacht“ z.B. mit einem flotten Landler-Rhythmus gespielt wirkt dann
stilfremd. Die Harmonika hat im Gegensatz zu Klavier und Gitarre, dass
Töne länger klingend gespielt werden können. Daraus bieten sich einfache
und dennoch gut klingende Möglichkeiten:
 
a)     Weglassen der Begleitung der linken Hand
Gerade zwei- oder dreistimmig notierte Lieder benötigen nicht unbedingt
eine rhythmische Begleitung und es klingt reizvoll, sie einmal ganz
wegzulassen.
 
b)     Bass als durchklingender Ton
Ein fortlaufender ununterbrochener Bass, natürlich unter
Berücksichtigung von Zug- und Druckspiel sowie verfügbarer Luft gibt
einem Lied Ruhe, Schwere und Erdung. Diese Technik entstand in der
Barockzeit und ist als Generalbass oder Basso continuo (ital.) bekannt.
 
c)     Kombination aus a) und b)
Beide Möglichkeiten können kombiniert werden. Ein Lieddurchgang kann
ohne Begleitung und die Wiederholung mit dem Generalbass gespielt
werden. In Kirchen spiele ich derartige Lieder gerne mit dieser Technik.
Gerade in großen und hohen Räumen kommt diese Spielweise zu einem
starken Ausdruck. Rhythmische Begleitungen wirken darin wegen des Halls
und damit verbundenen Verwischungen eher störend. Deswegen wenden auch
Organisten diese Spielweise an.
 

Beispiel: „Es wird scho glei dumpa“
 
Melodie dreistimmig ohne Begleitung der linken Hand:

Melodie einstimmig, zweitstimmig nur an Ruhepunkten (langen Tönen),
mit Bass der linken Hand:


Es gibt auch die Möglichkeit einer dreistimmigen Spielweise, wobei
man die zweite Stimme der Melodie nicht parallel zur Melodie anschlägt,
sondern liegen lässt. Der Bass der linken Hand bildet dazu einen ruhigen
Kontrast.

Beispiel: „Stille Nacht“

 Weitere Anregungen für Liedbegleitungen finden Sie in meinem
Leitfaden, Teil 2 (ab Seite 243)


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