6. Literatur & Klangschrift & Griffschrift

Geposted von Carl Hartmuth am

 

Was versteht man eigentlich unter "normaler Notenschrift"?

Das ist die geläufige Notenschrift, die Töne danach beschreibt wie sie klingen. Daher sagt man auch Klangschrift dazu.

Die Griffschrift zeigt die Noten stattdessen wie sie "gegriffen" werden. Daher stammt auch die Bezeichnung "Griff-Schrift". 

Gibt es Ausnahmen vom gesetzlichen Kopierverbot für Noten? (Frage gekürzt). 

Grundsätzlich ist jede Art Kopien von Notenmaterialien gesetzlich verboten. Grundlage hierfür ist das Urheberrechtsgesetz, das wiederum als Teil des Bürgerlichen Gesetzbuches gilt. 

Auch das Abschreiben oder Einscannen von Originalausgaben zu weiteren Bearbeitungen, wie zum Lesen über einen Digital-Reader fällt unter dieses Gesetz. 

Mögliche Ausnahmen: 

a) Kopien von Originaldrucken oder lizensierten Online-Ausdrucken zur eigenen Verwendung, z.B. um Einträge vorzunehmen oder Repertoiremappen anzulegen werden geduldet. Wichtig ist immer, dass man das eigene Original vorweisen kann. Auch für Orchester und Chöre gilt, dass für jede Stimme ein Original nachweisbar sein muss. Man darf also nicht eine Trompetenstimme kaufen und für 3 weitere Trompeter eines Ensembles kopieren...

b) Für Musikschulen sind Lizenzvereinbarungen für Kopien zu gebundenen Zwecken und in bestimmten Umfängen möglich. Die Regelungen dazu sind kompliziert und würden hier den Rahmen sprengen. In jedem Fall müssen die getroffenen Vereinbarungen vorgelegt werden können. 

Abgesehen vom rechtlichen Aspekt: Unterstützen Sie mit dem Kauf von Noten Komponisten, Verleger und den Musikalienhandel, damit sie existieren können und die Angebotsvielfalt für Sie erhalten bleibt! 

Ist die GEMA zur Klärung für Notenlizenzen oder der Bearbeitung von bestehenden Werken zuständig? (Frage gekürzt) 

Die GEMA und vergleichbare Institutionen anderer Länder wirken als Treuhänder für "klingende" Tonprodukte, also für Musikaufführungen und Tonträger, inklusive digitaler Produkte, Internet, etc.. Dies gilt immer, wenn der Urheber die Treuhandschaft seiner Werke der GEMA übertragen hat. GEMA-frei bedeutet jedoch nicht urheberrechtsfrei! In solchen Fällen muss man sich an den Urheber selbst wenden. Urheberrechtsfrei und somit verwendungsfrei sind Werke erst ab 70 Jahre nach dem Ableben des Urhebers. Oder es sind Werke, deren Urheberschaft nicht nachweisbar ist oder Werke die als "Volksweisen" bzw. "Traditionals" ausgewiesen sind. 

Für Notendrucklizenzen oder der schriftlichen Bearbeitung von urheberrechtlich geschützten Werken ist die GEMA nicht zuständig. Hierfür muss man sich immer an den Urheber selbst, seine Erben oder seinen Verlag wenden. 

 


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