Zur Spielweise der Harmonika-Stücke von C.F. Hartmuth

Da die Knopfbelegungen der Harmonika sowie die Griffschrift nicht einheitlich genormt sind, hier einige Hinweise zur Spielweise der Musikstücke von C.F. Hartmuth:

  • Idealerweise spielen Sie eine vierreihige Harmonika mit einer Knopfbelegung nach dem Michlbauer-System, bei dem die zusätzlichen Halbtöne mit H1 und H2 bezeichnet werden. Die Knopfbelegung der Diskant- und Bassseite wird weiter unten abgebildet. Halbtöne H1/H2 sind für einige Stücke erforderlich. Mollbässe stellen keine Voraussetzung dar. Viele Stücke sind auch mit einer dreireihigen Harmonika spielbar. Die notwendigen Eigenschaften werden in einer Tabelle bei den jeweiligen Stücken angegeben.
  • Beim Spiel auf anderen Systemen, wie z.B. dem Schaborak-System, muss die Spielweise, z.B. die Zug-Druckfolge dem System angepasst werden. Das Schaborak-System wird vorrangig mit dem 4-Finger System gespielt, allerdings wird der fünfte Finger an sinnvollen Stellen mit einbezogen.
  • Eine Grundausbildung auf der Harmonika nach handelsüblichen Lehrwerken (Michlbauer, Laky, Pauli, Rosenzopf, Knöpferlschule, etc.), idealerweise bei einem Musiklehrer, oder ausreichende technische Spielfertigkeiten werden vorausgesetzt. 
  • Sicherheit beim Lesen der Griffschrift. Das bedeutet, der Spieler kann die Notensymbole der Griffschrift den Knöpfen seiner Harmonika zuordnen und spielen.

Schwierigkeitsgrade

Die Schwierigkeitsgrade der Stücke werden mit den Stufen I bis V angegeben. 

Stufe I: Anfänger

Stufe II: Etwas fortgeschrittene Spieler 

Stufe III: Niveau einer Grundausbildung

Stufe IV: Ausgebildeter und routinierter Spieler

Stufe V: Expertenstufe

Am besten kann man sich an der Stufe III orientieren, die dem Niveau einer Grundausbildung über 2-3 Jahre bei einem Lehrer entspricht.

Halbtöne H1/H2

Für einige Stücke sind diese zusätzlichen Halbtöne erforderlich.

H1 bedeutet: dieser Ton ist um einen chromatischen Halbton höher als der Gleichton der zweiten Tonreihe. Beispiel: Bei einem Instrument mit der Stimmung G-C-F-B ist der Gleichton der zweiten Reihe ein klingendes G‘. Der Halbton dazu wäre ein Gis‘ (G#)

H2 bedeutet: dieser Ton ist um einen chromatischen Halbton höher als der Gleichton der dritten Tonreihe. Beispiel: Bei einem Instrument mit der Stimmung G-C-F-B ist der Gleichton der dritten Reihe ein klingendes C‘‘. Der Halbton dazu wäre ein Cis‘‘ (C#) 

Diese Töne werden gerne als Zwischen-, Übergangs- oder Durchgangstöne eingesetzt. Man findet sie zum Beispiel häufig in der Wiener Musik, bzw. Schrammelmusik oder in klassischen Werken. 

Die Halbtöne können an Instrumenten verschiedener Hersteller oder Modelle unterschiedlich angebracht sein, da die Knopfbelegung nicht genormt ist. Bei den meisten Harmonikabauern befinden sich die Halbtöne am Kopfende der  ersten und zweiten Tastenreihe. Weiterhin können die Halbtöne aufgrund der zahlreichen Tastaturbelegungssysteme andere Bezeichnungen tragen oder durch optisch adaptierte Notenköpfe dargestellt werden.

Zum Beispiel:

  • Beide Halbtöne können an oberster Stelle (zum Kopf) nebeneinander auf der ersten Tonreihe angeordnet sein.
  • H1 kann an oberster Stelle der ersten Tonreihe, H2 an oberster Stelle der zweiten Tonreihe angeordnet sein.
  • Beide Halbtöne klingen wie die Gleichtöne auf Druck und Zug gleich. 
  • Diverse Instrumentenmodelle verfügen über nur einen Halbtonknopf am Ende der Tonreihe 1 oder 2, wobei H1 auf Druck und H2 auf Zug spielbar sind.
  • Einige ältere Harmonikas verfügen nur über den Halbton H1, der auf Zug und Druck gleich klingt.
  • Die Spielweise auf Druck oder Zug muss beim Spiel der Halbtöne ggf. angepasst werden. 

Hier müssen Sie sich auf Angaben des Herstellers Ihres Instrumentes verlassen und mögliche Spielweisen ausprobieren.

Griffsätze/Fingersätze

Griffsätze sind grundsätzlich Vorschläge zur eigenen Orientierung. Die Stücke sind mit dem 4- und 5-Fingersystem spielbar. Bei diversen Stücken sind Griffsätze (Zahlen über den Notenköpfen) angegeben. Diese basieren auf dem 5-Finger System. Für das 4-Fingersystem müssen diese angepasst werden.

Wie Griffsätze selbst systematisch gebildet werden können, ist im Leitfaden I ausführlich beschrieben. 

Mollbässe

Der Begriff Mollbass ist umgangssprachlich. Korrekterweise handelt es sich hier um Mollakkorde auf der linken Begleitseite. Grundbässe bestehen grundsätzlich aus einem einzigen Ton und sind Dur-/Moll-neutral. Mollakkorde können in der Auswahl der Töne und Spielweise je nach Hersteller sehr unterschiedlich ausgelegt sein. Instrumente mit Michlbauer-System, bei denen Mollakkorde eingebaut sind, werden auf Zug gespielt. Bei anderen Basssystemen können die Mollakkorde auch auf Druck angeordnet sein. Musikstücke mit Mollakkorden in der Begleitung werden hier bisher noch nicht angeboten.